Gewerbe-Quadrat Seit letztem Jahr kooperieren die Unternehmen KIWI und Aareon Deutschland. Herr Nölling, können Sie bitte KIWI kurz umschreiben und Ihre Value Proposition vorstellen?

Karsten Nölling: Ja, sehr gerne. Was wir mit KIWI machen ist letztlich die Digitalisierung des Schlüssels. Wir sind der Meinung, es ist höchste Zeit, die riesigen Schlüsselschränke der Wohnungswirtschaft auf Diät zu setzen. Wir bieten der Immobilienverwaltung mit KIWI erstmalig die Möglichkeit, ein digitales Schlüsselmanagement mit einfacher und flexibler Verwaltung aller Zutrittsrechte für alle Türen bequem vom Rechner oder der App zu erleben. Hiermit einher gehen zahlreiche Vorteile und Anwendungsfälle, wie z. B. der Zugang für Hausmeister oder Handwerker zur Leerstandssanierung.

Wir bilden damit die Brücke zu Aareon und der Mareon App. Zusätzlich zu unserem Kernanwendungsfall integrieren wir Dienstleister und natürlich Mieter. KIWI bietet letztlich Effizienz, Aufwertung der Immobilie und Innovationsführerschaft. Unser Unternehmen stammt aus Berlin, ist mittlerweile 5 Jahre alt und die Mehrheit unserer 40 Mitarbeiter sind Entwickler. Alleine die ersten 2,5 Jahre haben wir mit der Produktentwicklung verbracht, um die notwendige Sicherheit zu garantieren. Wohnungstüren sind schließlich ein sensibles Thema.

 

Gewerbe-Quadrat Vielen Dank. Herr Dr. Alflen, wie ist die Aareon AG auf das Startup aufmerksam geworden und wie nehmen Sie KIWI am Markt derzeit wahr?

Dr. Manfred Alflen: Wir sind gemeinsam mit der Aareal Bank sehr gut aufgestellt, um den Startup-Markt zu beobachten und neue Ideen frühzeitig zu identifizieren. Im konkreten Fall von KIWI wurde ich anlässlich einer gemeinsamen Veranstaltung auf dieses Startup-Unternehmen besonders aufmerksam. In darauffolgenden Gesprächen haben wir geprüft, welche Möglichkeiten wir gemeinsam ausschöpfen könnten, um weiteren Mehrwert für unsere Kunden zu generieren. Uns wurde relativ schnell klar, dass zum einen wir als Aareon, aufgrund unserer hohen Marktdurchdringung in Deutschland, neue Zugänge für die schlüssellose Lösung KIWI eröffnen können. Zum anderen können wir für unsere Kunden durch die Kombination der digitalen KIWI- und Aareon-Lösungen neuen Nutzen schaffen. Derzeit fokussiert sich dieses Lösungsangebot auf den Instandhaltungsfall. Für die Zukunft wollten wir weitere Potenziale ausschöpfen.

 

Gewerbe-Quadrat Aus Sicht des Konzerns besteht demnach der Nutzen der Kooperation sowohl in der verbesserten Marktdurchdringung als auch in den verbesserten Angeboten für Ihre Kunden. Herr Nölling, wie erfassen Sie den Mehrwert aus Sicht eines Startups?

Karsten Nölling: Das sind tatsächliche mehrere Aspekte. Ein ganz wichtiges Argument für uns als junge Firma ist das Thema Vertrauen. Ein Partner wie die Aareon AG, eine sehr bedeutende Marke in der Wohnungswirtschaft, baut Vertrauen auf. Zudem sind die verbesserten Vertriebswege von besonderer Bedeutung. Sozusagen Türen zu öffnen, die wir sonst gar nicht öffnen könnten, oder sehr viel länger bräuchten. Infolgedessen können wir bisherige Sales-Zyklen deutlich verkürzen. Ein dritter Aspekt ist der Lerneffekt. Schließlich haben wir als Startup die gleichen Ansprechpartner wie die Aareon AG, wodurch sich erneut Synergien ergeben.

Dr. Manfred Alflen: Ich würde gerne den Vertrauensaspekt aufgreifen, denn dieser stellt bei der Auswahl von Partnern ein zentrales Kriterium dar. Wenn wir mit einem Unternehmen kooperieren, sei es ein Startup oder auch ein anderer Kooperationspartner, gehen wir gegenüber unseren Kunden ebenfalls eine Verpflichtung ein. Unsere Kunden – oftmals bestehen hier über Jahrzehnte gewachsene Beziehungen –  verlassen sich auf den Markterfolg neuer Partnerschaften. Das heißt wir stehen auch gegenüber unseren Kunden im Wort, wenn wir unser Lösungsportfolio durch Partnerschaften erweitern.

 

Gewerbe-Quadrat: Die Kooperation besteht seit Herbst letzten Jahres. Welches Fazit ziehen Sie für den bisherigen Zeitraum und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit im Alltag?

Dr. Manfred Alflen: Für uns handelt es sich um eine spannende Zusammenarbeit. Natürlich gehört dazu auch, sich auf die spezifische Organisation eines Startups einzustellen. Als gewachsener Konzern haben wir aufgrund der damit verbundenen Komplexität und der Vielzahl an Kunden gelegentlich etwas längere Entscheidungswege als ein Startup. Hier haben wir bereits fokussierte aufbauorganisatorische Anpassungen vorgenommen, die erfolgreich umgesetzt wurden. Mit KIWI gemeinsam haben wir Nutzen stiftende Lösungen für unsere Kunden entwickelt. Nunmehr geht es darum, in der Branche gute Referenzen zu schaffen – zum Beispiel in Form von ein bis zwei „Leuchttürmen“. Aufgrund der hohen Vernetzung der Wohnungswirtschaft sprechen sich solche Erfolge schnell herum. Anschließend wollen wir mit zielgerichteten Vertriebsaktivitäten die Projekte verstärken und beschleunigen.

Karsten Nölling: Diese Aussagen unterstütze ich. In Bezug auf die drei von mir genannten Nutzenaspekte konnten wir bereits erste Erfolge erzielen. Gleichzeitig entwickeln wir derzeit noch unser Produkt. Wir befinden uns in der technischen Integration von KIWI in die Mareon App. Derzeit existiert ein Dummy – ein Blick ins Labor – den wir den Kunden auch schicken. Folglich gewinnen wir bereits Vertrauen der bestehenden Mareon-Kunden. Zudem planen wir einen erweiterten Vertrieb mit Roadshow. Nach einem halben Jahr Kooperation mit Aareon sind wir also sehr glücklich.

 

Gewerbe-Quadrat AareonKongress2017-Aareon_KIWI-683x1024 Zwei Welten. Eine Vision : Kooperation zwischen KIWI.KI und Aareon AG
© Aareon

 

Gewerbe-Quadrat Existieren weitere Herausforderungen bzw. Stellschrauben, die es zu optimieren gilt? Bestehen kulturelle Differenzen, oder gibt es noch Verbesserungspotenziale hinsichtlich der gemeinsamen Produktentwicklung?

Karsten Nölling: Im engeren Sinne gibt es eher keine Herausforderungen. Es handelt sich um einen Prozess, da unsere Partnerschaft noch sehr jung ist. Alleine den Aareon Kongress gibt es seit 26 Jahren. Die Zusammenarbeit ist erst rund ein halbes Jahr jung, daher benötigt die Integration noch Zeit. Ich würde es nicht als Herausforderung, sondern als Prozess bezeichnen.

Dr. Manfred Alflen: Wir sind sozusagen noch in der „Ramp-Up-Phase“. Am Anfang ist es wichtig, dass die Teams gut zusammenarbeiten und der Takt stimmt. Es muss allen Beteiligten Spaß machen und der Markt positiv reagieren. In der Branche haben wir bereits eine entsprechende Aufmerksamkeit generieren können, und die Kundenreaktionen sind positiv.

 

Gewerbe-Quadrat Das Leitbild des heutigen Kongresses lautet „Status. Trends. Visionen“. Was ist Ihre Vision für die gemeinsame Zusammenarbeit?

Dr. Manfred Alflen: Ganz klar gilt es, Volumen zu generieren. Es ist eine prima Idee, die für den Kunden echten Nutzen schafft. Zunächst ist das schlüssellose Zugangssystem KIWI in Mareon – unser Service-Portal für die Handwerkeranbindung –  integriert. Jetzt wollen wir die ersten Schritte gemeinsam gehen. Weitere Potenziale werden wir dann prüfen und natürlich die Marktdurchdringung in der Branche erhöhen.

Karsten Nölling: Das sehe ich genauso, die Formulierung bezüglich dem Volumen übernehme ich. Es gilt, weitere Produkte zu entwickeln. Als Aareon Kunde muss ich in Zukunft auch nicht das KIWI Portal nutzen, sondern kann von der technischen Integration und der gemeinsamen Plattform profitieren.

 

Gewerbe-Quadrat Vielen herzlichen Dank für das ausführliche Gespräch sowie weiterhin viel Erfolg bei dieser vorbildlichen Zusammenarbeit in der Immobilienbranche.


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