Gewerbe-Quadrat Claudia, Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung “Köpfe der Immobilienwirtschaft 2017”.

Welche Erfahrungen haben dich auf deinem Weg seit der Gründung von KIWI im Jahr 2012 geprägt?

Dr. Claudia Nagel: Es ist schwer, darauf nicht mit den bekannten Sprüchen zu antworten, wie „ein steiniger Weg, der sich lohnt.“ Nein, am meisten hat mich geprägt, dass es immer spannend bleibt. Es gibt immer neue Fragen, in die es sich reinzudenken gilt, neue Themen, neue Herausforderungen. Es ist sehr intensiv, aber wirklich nie langweilig – ein ständiger Lernprozess, das mag ich.

 

Gewerbe-Quadrat Frauen sind bekanntermaßen in der Immobilienbranche unterrepräsentiert. Welche Gründe siehst du hierfür und befinden wir uns in der Branche auf einem Weg der Besserung?

Dr. Claudia Nagel: Frauen sind in den meisten Branchen unterrepräsentiert, wo es um richtig viel Geld geht. Ich glaube, ein Grund dafür ist tatsächlich auch kulturell bei uns in Deutschland verwurzelt – wenn ein kleiner Junge sagt, er möchte später mal viel Geld verdienen, wird das wohlwollend belächelt, wenn ein junges Mädchen das sagt, wird ihr ans Herz gelegt, doch lieber etwas „Schönes“ zu machen. Es gibt eine Chance auf Besserung – der Stellenwert des Geldes hat in der Generation Y auch bei den Männern abgenommen. Die Wirtschaft stellt dies jedoch vor neue Herausforderungen – auch die Immobilienwirtschaft.

 

Gewerbe-Quadrat Wie schätzt du die Geschlechterverteilung bei Startups in der Immobilienbranche ein? Stellst du einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen von jungen Unternehmen fest?

Dr. Claudia Nagel: Ich kenne keine Statistik zu Start-ups in der Immobilienbranche. Bei Start-ups insgesamt sieht es aber schlecht aus – Gründerinnen machen immer noch weniger als 20% aus.

 

Gewerbe-Quadrat: Was sollte geschehen, damit mehr Frauen sich sowohl für Startups als auch für die eher traditionelle Immobilienwirtschaft begeistern?

Dr. Claudia Nagel: Wir brauchen mehr Vorbilder und neue Rollenmodelle. Dabei können insbesondere auch die Männer helfen – nämlich selbst Vorbilder sein für z.B. flexiblere Arbeitszeitmodelle, andere Karrierepfade, neue Herangehensweisen. Das ist sicher anstrengend, aber wird sich am Ende für alle lohnen.

 

Gewerbe-Quadrat Wie eignet sich Deutschland als Startup-Standort?

Dr. Claudia Nagel: Hier ist die Frage, mit wem wir uns vergleichen. Deutschland ist ein starker Wirtschafts- und Bildungsstandort. Das hilft. Allerdings fehlt es nach wie vor an Venture Capital, wenn man Europa mit den USA vergleicht. Auch sind die Deutschen kulturell allem Neuen gegenüber erstmal grundsätzlich kritisch zurückhaltend – das hilft zwar, um sehr gutes konstruktives Feedback zum Beispiel bei der Produktentwicklung zu erhalten, aber leider nicht bei der Geschwindigkeit der Marktdurchdringung.

 

Gewerbe-Quadrat Was siehst du als die größten Hürden für Startups in der Immobilienwirtschaft?

Dr. Claudia Nagel: Start-ups müssen schnell erste Erfolge nachweisen können – die Immobilienwirtschaft denkt eher in Zyklen von 20-30 Jahren. Das ist eine Herausforderung für die Start-ups, denn die potenziellen Kunden haben mehr Zeit als die jungen Unternehmer.

 

Gewerbe-Quadrat KIWI wird in wenigen Wochen 5 Jahre alt. Wie sieht die Zukunft von KIWI aus? Wird der Schlüssel um weitere Funktionen erweitert oder kommen neue Produkte hinzu wie z.B. Smart-Home Produkte?

Dr. Claudia Nagel: Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das Thema Schlüsselmanagement für die Wohnungswirtschaft zu lösen. Das Thema hat noch riesiges Potenzial. Wir arbeiten aktuell daran, unsere Plattform weiter auszubauen. Zum einen in Richtung API Anbindung, d.h. Dritte können KIWI direkt in ihre Softwarelösung integrieren, aber auch auf Hardwareseite möchten wir gern noch deutlich mehr Smart Locks unterschiedlicher Hersteller in die KIWI Plattform einbinden.

 

Gewerbe-Quadrat Ein Blick in die Zukunft: Wo siehst du den deutschen PropTech-Markt in 10 Jahren und was wird der nächste große Durchbruch?

Dr. Claudia Nagel: Wir stehen noch ganz am Anfang. Alle Assets werden den Weg in die digitale Welt finden ebenso wie die Prozesse rund ums Asset Management. Neue Nutzungstrends im Residential Bereich wie Micro-living oder Co-Living und das Thema Service für den Bewohner werden neue Anforderungen an die Informationsverfügbarkeit und -verarbeitung rund um das Wohngebäude stellen. Der Community Gedanke wird in den Vordergrund rücken und vielen neuen PropTechs Raum geben, Ideen zu entwickeln.

 

Gewerbe-Quadrat Vielen Dank für das Interview und die Einblicke. Wir wünschen KIWI weiterhin viel Erfolg bei der Revolutionierung des Schlüsselmanagements der Wohnungswirtschaft.

 

Weitere Informationen über KIWI finden Sie hier oder Sie lesen unser Interview mit Karsten Nölling (CEO, KIWI.KI GmbH) und Dr. Manfred Alflen (CEO, der Aareon AG).

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