Die Immobilienbranche lebt von ihrer einzigartigen Vielfalt! (Das wird keine Dauerwerbesendung)

Wir hÀtten gerne 100 Leute gefragt: Woran denken Sie bei Immobilien?

  1. Makler
  2. Immobilienhai
  3. GebÀude
  4. Langweilig

So oder so Àhnlich fallen vermutlich die Antworten aus.

Zeit das Image der Immobilienbranche zu Àndern

Die Idee hinter Gewerbe-Quadrat war von Anfang an die Vielfalt der Immobilienbranche aufzuzeigen. Dabei sollte die Aufmerksamkeit von klassischen Themen, wie den Anlageklassen und dem ach so schönen Cash Flow zu den Themen der Zukunft verlagert werden.

Bitte nicht falsch verstehen: Ohne Moos nix los.

2015 geht bekanntermaßen als das Rekordjahr des deutschen Immobilienmarkts ein, 2016 sind keine Anzeichen fĂŒr eine Trendwende festzustellen. Die Rallye um Rendite geht ungeachtet von Brennpunkten, wie dem Berliner Immobilienmarkt weiter. Partystimmung?

Irgendwann ist Schluss.

Und dann?

Der Immobilienbranche fehlt der Nachwuchs.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich heutige Absolventen eines immobilienwirtschaftlichen Studiengangs Ihren Arbeitgeber aussuchen können. Wir haben einen Arbeitnehmermarkt.

Daher ist es allerhöchste Eisenbahn, dass sich die Immobilienbranche attraktiver positioniert. Erst in einer Umfrage von immobilienmanager wurde deutlich, dass die Branche fĂŒr BWL-Absolventen nicht attraktiv ist. Nur 9,1 % erwĂ€gen einen Einstieg in die Immobilienbranche. 9,1 %! Vernichtend…

Immobilien sind nun mal nicht sexy. Dabei sind es nicht nur GebĂ€ude, wie Prof. Dr. Tobias Just und Steffen Uttich in ihrem fĂŒr den Deutschen Finanzbuchpreis 2016 nominierten Buch darstellen.

Wenn man nun bedenkt, dass Millennials bis zum Jahr 2020 die HĂ€lfte aller Jobs besetzen werden, dann sollte diese Entwicklung manchen Unternehmen Kopfschmerzen bereiten. Der Aufschwung ist irgendwann vorbei, und dann? Was ist letztlich das grĂ¶ĂŸte Asset eines Unternehmens?

Es existiert kein Musterlösung

Die Branche muss fĂŒr sich werben. Thomas Flohr von Bernd Heuer & Partner schlĂ€gt die Erweiterung des Employer Brandings auf das Real Estate Branchen Branding vor. Das ist definitiv der erste Schritt.

An dieser Stelle gilt es die digitale Initiative des Zentralen Immobilien Ausschusses e. V. (ZIA) hervorzuheben. Es existiert nun ein Branchen Branding unter der tollen Adresse www.gestalte-unsere-zukunft.de
zia
Die Seite gilt es nun ĂŒber alle möglichen KanĂ€le zu kommunizieren, um somit Quereinsteiger von der interdiszplinĂ€ren Vielfalt der Branche zu begeistern. Auf Veranstaltungen, in Hochschulen und auch im privaten Umfeld gilt es, auf Kampagnen dieser Art hinzuweisen.

Auch in der Wohnungswirtschaft existiert eine tolle Initiative: www.immokaufleute.deimmohai

Um den FachkrĂ€ftebedarf 2020 zu decken, muss sich die Branche inbesondere fĂŒr Absolventen unterschiedlicher StudiengĂ€nge, wie Architektur, Bauwissenschaften, BWL, Geographie, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Weitere öffnen sowie attraktiv positionieren.

Also ab jetzt nicht nur die eigenen Veranstaltungen innerhalb der Branche besuchen und sich im Kreis drehen, sondern mal einen Schritt aus dem Kreislauf der Immobilie wagen.

Millennials, Unternehmertum und Innovationen 

Warum ist denn die Immobilienwirtschaft fĂŒr Absolventen so unattraktiv im Vergleich zu Industrie oder Finanzwirtschaft?

Ist es lediglich das Unwissen ĂŒber die vielfĂ€ltigen Möglichkeiten innerhalb der Immobilienbranche? Oder hinkt die Branche bezĂŒglich aktueller Entwicklungen dramatisch hinterher und ist deshalb so unattraktiv, da junge Arbeitnehmer neue Werte verkörpern und neue AffinitĂ€ten besitzen?

Oder anders gefragt: Warum lesen und hören wir in letzter Zeit so viel von diesen neuen Begriffen, wie FinTech, HealthTech und langsam auch PropTech? Warum explodiert die Anzahl der FinTechs derzeit förmlich (405 Anfang MĂ€rz) ? Geht es bei diesen Start-ups ausschließlich um digitale Technologien?

Nein. Es geht auch um einen Wertewandel in der Gesellschaft. Absolventen und Young Professionals erwarten einen Management-Stil und eine Unternehmenskultur, die sich in vielen Dingen von tradierten Strukturen unterscheiden. Junge Arbeitnehmer lehnen hierarchische Strukturen ab. Sie verachten Stillstand, wĂŒnschen sich fortlaufend RĂŒckmeldung fĂŒr ihre Leistung zu erhalten und erhoffen sich eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn. Ferner verfĂŒgen die heutigen Hochschulabsolventen ĂŒber eine hochqualifizierte und umfangreiche Ausbildung, die insbesondere in der Immobilienwirtschaft in den Jahrzehnten zuvor nicht existierte.

Aus diesen GrĂŒnden entdecken Millennials in Deutschland zunehmend das Unternehmertum fĂŒr sich. Unternehmertum = Innovation. Es geht dabei gar nicht um die GrĂŒndung an sich, sondern um das unternehmerische, dynamische Umfeld. Eine offene, faire, transparente Kommunikation sowie eine teamorientierte Unternehmenskultur stellen den Gegensatz zu hierarchischen FĂŒhrungsstilen und Konservatismus dar. Daher erfreuen sich Start-ups in Deutschland an regem Zulauf.

Auf diese VerĂ€nderungen am Arbeitnehmermarkt mĂŒssen sich die Unternehmen der Immobilienbranche einstellen. Welche Rolle dabei Innovationen in der Immobilienwirtschaft einnehmen, untersucht derzeit Susanne HĂŒgel in Ihrer Dissertation “Innovation in der Immobilienwirtschaft” an der EBS. Die Vorstudie finden Sie hier.

Der große Rahmen

All diese VerĂ€nderungen sind im großen Rahmen der Industrie 4.0 und der damit verbundenen digitalen Neuerungen eingebettet. In der Immobilienbranche wird ein Wandel von der anlageintensiven zur informationsintensiven Branche stattfinden. Eine entscheidende Rolle nehmen in diesem Zusammenhang digitale Technologien ein. Warum? Das haben wir bereits dargestellt: Digitale Technologien in der Immobilienwirtschaft: Ein Statement

Immobilien sind keineswegs langweilig, die Branche ist es (derzeit) schon.


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