Urbane Innovationen im Zeichen der Smart City Expo

Smart City Smart Cities

Urbane Innovationen im Zeichen der Smart City Expo
oder besser: Urbane Innovationen im Zeichen von Audi, Microsoft und Co.

Wir präsentieren eine Veranstaltung, welche die Immobilienbranche nicht auf dem Schirm hat…

Lassen Sie uns in das Jahr 2008 zurückgehen. Was gab es neben den damaligen Olympischen Spielen von Peking? Unter anderem führte die Finanzkrise zur Insolvenz zahlreicher Banken. Barack Obama wurde zum 44. Präsidenten der USA gewählt. 2008 war laut UNO das internationale Jahr der Kartoffel…

Doch wussten Sie Folgendes? Im Jahr 2008 lebten weltweit erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land! Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen rechnet mit rund 5 Milliarden Stadtbewohnern im Jahr 2030. Während in den Entwicklungs- und Schwellenländern ein explosionsartiges städtisches Bevölkerungswachstum dominiert und überdimensionale Megastädte heranwachsen, leiden in Europa viele kleinere und mittelgroße Städte unter einem Bevölkerungsrückgang. Doch welche Entwicklungstendenzen auch vorherrschen mögen, Stadterneuerungs- und Stadtanpassungsmaßnahmen sind unumgänglich.

Smart City – Mehr als nur ein Modewort

Warum sollten wir unsere Städte smarter bzw. intelligenter machen? Dafür gibt es viele Gründe. Der effiziente Umgang mit Ressourcen ist ein wesentliches Argument. Statt weiterhin auf überalterte Technologien und überkommene Infrastrukturen setzen zu müssen, bietet gerade die hohe Dichte in urbanen Räumen die Chance für eine effiziente Nutzung von Ressourcen.

Dabei muss man nicht nur an fossile Energieträger denken. Auch mit Müll, Wasser und Abwasser kann man smart umgehen. Die Wärme von Abwasser beispielsweise muss nicht ungenutzt in der Kanalisation verschwinden. Auch die Vernetzung verschiedener Regelkreise in Echtzeit bietet neue Steuerungsmöglichkeiten. Ob es dabei um Lastspitzen im elektrischen Netz, im Datennetz, im Straßenverkehr oder beim Bürgeramt geht. Smarte Systeme helfen, effizient zu sein. Der Stadtbewohner verbringt nicht so viel Zeit mit der Parkplatzsuche, mit dem Warten im Stau oder auf dem Amt.

Ein zusätzliches wirtschaftliches Argument: Rund um das Thema haben sich neue Geschäftsideen entwickelt. Stau- und Energiespar-Apps gibt es bereits heutzutage. Weitere Ideen sind gefragt, sodass zusätzliche Wertschöpfung generiert werden kann. Ebenso spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle beim Thema Smart Cities. Auch zur Lösung anderer drängender gesellschaftlicher Herausforderungen können Technologien beitragen. In der eigenen Wohnung eingesetzt, ermöglichen smarte Technologien den Menschen beispielsweise, länger selbstständig zu bleiben – in unserer älter werdenden Gesellschaft durchaus ein wichtiges Argument. Nicht zuletzt lassen Smarte Systeme neue Arten der Kommunikation und des Dialogs entstehen.

Machen wir unsere Städte nicht intelligenter, bleiben die dargestellten Potenziale ungenutzt. Zudem droht den Städten – und damit uns uns – der infrastrukturelle Infarkt. Nur wie und wo sollen wir überhaupt anfangen?

Smart City Expo 2015

Vom 17. bis 19.11.2015 fand in Barcelona der Smart City Expo World Congress statt. Das weltweit wichtigste Smart City Event bringt seit 2010 internationale Politiker, Meinungsführer, Forschungs-Einrichtungen, Investoren, Unternehmen und Start-ups zusammen, um Fragen zur Zukunft der Stadt zu diskutieren.

In diesem Jahr standen auf dem führenden Kongress für weltweite Anbieter von Smart City-Lösungen folgende Themenbereichen im Fokus:

  • Technologie
  • Nachhaltigkeit
  • Mobilität
  • Gesellschaft
  • Governance

Erwarten Sie bei diesen Themen eine hohe Präsenz von Immobilienunternehmen?

SmartCityExpo.com Screenshot

Urbane Innovationen im Zeichen von Microsoft und Co.

Der Themenbereich Technologie wird von einem der weltweit größten Unternehmen forciert. So präsentierte Microsoft im Rahmen der Smart City Expo Lösungen aus den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Sicherheit in Städten. Zu den 56 Partnern der innovativen Microsoft CityNext Lösungen zählen Unternehmen wie Accenture (Unternehmensberater), ESRI (GIS Software-Unternehmen) oder ICONICS (Automatisierungs Software-Firma).

Die Frage Wie sicher werden die Städte sein? haben wir bereits in unserem letzten Blogeintrag vorgestellt. Nun präsentieren wir ein neuartiges Konzept für die Sicherheit unserer Städte.

Fünf Microsoft-Partner zeigen in einem speziellen „First Responder“ wie Technologie-Trends in Form der Mobilisierung von Anwendungen, Cloud Computing und Analysen zur Sicherheit in der Stadt beitragen können. So zählt für Einsatzkräfte im Ernstfall jede Minute. Mit der Hydrant.Manager App lassen sich die umliegenden Hydranten für einen Einsatzort lokalisieren. Die App gibt einen schnellen Überblick mit allen wichtigen Straßenkarten, Routenplaner und Verkehrsinfos. Zudem wird im First-Responder-Bereich ein spezielles Einsatz-Tablet für Feuerwehren verwendet, das auch offline Datenblätter mit technischen Details für Gefahrgut, Löschwasser, etc. bereitstellt.

Darüber hinaus zeigt der Microsoft CityNext Partner BISMART die praktische Anwendung von Big Data in der Stadt. Auf einem Transparenzportal werden 80 städtische Key Performance Indicators in Echtzeit angezeigt. Indem die Zahlen des städtischen Haushalts offen und visuell aufbereitet dargelegt werden, kann die Transparenz zwischen der Verwaltung und den Bürgern einer Stadt optimiert werden.

Audi revolutioniert urbane Mobilität und optimiert dabei Potenziale für Projektentwicklungen

Es gibt keine smarte Stadt ohne smarte Mobilität. Seit dem Jahr 2010 arbeitet Audi deshalb an der Audi Urban Future Initiative. Aus der zunehmenden Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt ergeben sich neue Chancen, die Mobilität in den Städten zu verbessern. Um diese Potenziale optimal zu nutzen, bedarf es neuer Kooperationen – zwischen Unternehmen untereinander sowie zwischen Unternehmen und öffentlichen Partnern.

Das intelligente Auto kann seine enormen Potenziale erst in einer intelligenten Stadt voll entfalten. Die gemeinsame Arbeit an urbanen Innovationen und der Austausch und die Analyse von Daten sind der Schlüssel für nützliche Schwarmintelligenz (Audi-Chef Rupert Stadler)

Im Rahmen von Städtepartnerschaften wird Audi zunächst in der US-Stadt Somerville das pilotierte Parken einführen. Dabei arbeitet man mit dem Projektentwickler Federal Realty Investment Trust zusammen, der den 180.000 m² großen mixed-used Komplex Assembly Row mit Wohnungen, Büros, Einzelhandel, Gastronomie, Kino und Hotel baut. Die intelligenten Fahrzeuge benötigen weniger Rangierraum und weniger Abstand zueinander. Pilotiertes Parken wird dort bis zu 30 Prozent Platz sparen. Parkhäuser für selbstparkende Autos zu bauen wird somit finanziell deutlich attraktiver.

Die Frage Wie können wir mobil bleiben?  thematisierten wir ebenfalls im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung in Megastädten. Audi stellte im Rahmen der Smart City Expo Pläne für das Geschäftsviertel Santa Fe in Mexiko-Stadt vor. Die Megastadt leidet mit rund 22 Millionen Einwohnern und neun Millionen Fahrzeugen unter massiven Verkehrsproblemen. Ein großer Teil der Bevölkerung muss teils mehr als zwei Stunden täglich zur Arbeit pendeln. Der deutsche Automobilhersteller beteiligt sich nun an der Suche nach Lösungen…

 

 

Unser Fazit in 5 Stichpunkten:

  • Der infrastrukturelle Stadtumbau ist eine der maßgeblichen Herausforderungen für Politik und Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten
  • Die Immobilienwirtschaft muss ihren Teil dazu beitragen, kann jedoch auch von intelligenten Städten profitieren
  • Die Entwicklung von intelligenten Städten setzt eine integrierte Planung voraus, die alle Bereiche wie Bau-, Modernisierung- und Lebenszykluskosten umfasst
  • Neue Technologien können die Energieeffizienz von bestehenden und neuen Gebäuden erhöhen
  • Letztlich steigt damit auch die Wirtschaftlichkeit