PropTech_Deutschland_März2016

PropTech ist eine Bewegung!

Anfang März 2016 existieren 80 PropTech Start-ups und 1 Immobilien Start-up Accelerator in Deutschland.

PropTech_Deutschland_März2016Gesamtes Ökosystem: PropTech März 2016
(English Version: PropTech March 2016)

Die neuen Impulse der PropTech Szene umfassen die Immobilien-, Bau- und Finanzwirtschaft. Dabei sind alle Anlageklassen, egal ob Büro-, Einzelhandel- oder Wohnimmobilien betroffen.

Berücksichtigt wurden alle online erreichbaren Webseiten aus Deutschland. Mehrere Start-ups sind noch nicht offiziell gestartet, wurden aber der Vollständigkeit halber in unser Ökosystem aufgenommen. Die Darstellung ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Sammelbecken Digital Real Estate Deutschland umfasst die langjährig etablierten Immobilienportale und Marktplätze in Form von ImmobilienScout24, immowelt, eBay Kleinanzeigen, Quoka etc. Hinzu kommen deutsche Anbieter für virtuelle Datenräume und digitales Datenmanagement. Unsere Darstellung wird kontinuierlich erweitert, mehr dazu jedoch an späterer Stelle. Widmen wir uns zunächst der neuen Szene.

Dreh- und Angelpunkt ImmobilienScout24

ImmobilienScout24 startete mit You Is Now im Jahr 2010 den ersten Inkubator der Immobilienbranche in Deutschland. You Is Now ist bis heute ein elementarer Baustein für neue, internetbasierte Geschäftsmodelle in der Immobilienwirtschaft. Im Rahmen von You is Now erhalten Gründer KOSTENLOS für 3 Monate einen CoWorking Space in Berlin, umfangreiches Know-How sowie eine Seed-Finanzierung. Dieses Startkapital ist im Laufe der Jahre leider von ursprünglich 25.000 Euro auf derzeit 15.000 Euro gesunken. Zu den unterstützten Unternehmensgründungen zählen buildingradar, casavi, groupestate, kautionsretter, go-popup und wg-suche.

Wir benötigen mehr Immobilien Inkubatoren und letztlich mehr Wagniskapital

Die Gründer der PropTech Szene punkten mit IT-Kenntnissen. Dafür mangelt es häufig an Immobilien-Wissen. Wie lautet die logische Schlussfolgerung?

Wir benötigen mehr Inkubatoren für Immobilien Start-ups!

Also, liebe Immobilienwirtschaft: Bitte einmal an die eigene Nase fassen und nicht nur über dieses Ding namens Digitalisierung reden. Die Branche benötigt dringend weitere Inkubatoren für junge Unternehmer. Wir benötigen echte Kooperationen für echte Gründerzentren. Dies fängt bei einer Beratung  an, geht über die Bereitstellung von Mietflächen und der Ausstattung mit Infrastruktur, bis hin zu umfangreichen Service- und Dienstleistungspaketen.

Wir benötigen Full-Service-Lösungen und letztlich mehr Investitionen, um den neuen Gründergeist nachhaltig in der Immobilienbranche zu verankern. Andere Branchen (HealthTech, InsurTech, FinTech) leben es uns bereits vor…

Immerhin existieren erste Veranstaltungen mit Speed-Pitches für Gründer. Hinweisen möchten wir auf den Pecha-Kucha-Pitch im Rahmen der 23. Handelsblatt Jahrestagung „Immobilienwirtschaft“.

PropTech Geschäftsmodelle

Eine klare Abgrenzung der Geschäftsmodelle erweist sich als schwierig, denn die Szene steht erst am Anfang. Eine Vielzahl der Start-ups bezeichnet sich als „Immobilien-Plattform“, was auf den ersten Blick ungefähr so aussagekräftig ist wie ein Horoskop. Im FinTech-Sektor sind Crowdinvesting-Plattformen oder Kredit-Plattformen unmissverständlich. Aber eine Immobilien-Plattform? Ganz ehrlich, was ist das?

An dieser Stelle geht ein Dank an Axel von Goldbeck, der mit dem Blog NuReBiz unterstützend zur Seite steht. In der ersten Version des PropTech Ökosystems haben wir 5 (+1) Geschäftsmodelle identifiziert:

1. Immobilienvermittlung
Diese Start-ups dienen im Wesentlichen als Vermittlungsbörsen. Der Fokus liegt auf Matching-Dienstleistungen, sodass Mieter mit Vermietern zusammengebracht werden. Dazu zählen wir (siehe Digital Real Estate Deutschland März 2016):

nestpick, salz&brot, wohnungshelden, nesthub, faceyourbase, homewhere.io, myrealid, housey, seniorenwg-finden, immo-apply, devepo, mietercasting und rentkit. Hinzu kommen die geschlossenen Online-Marktplätze für das Matching bei Investment-Objekten in Form von commercialnetwork und assetprofiler.

2. Immobilien Crowdfunding
Durch Crowdfunding-Modelle können Anleger bereits seit mehreren Jahren in Immobilien investieren. Derzeit zählen wir 13 Plattformen: companisto, exporo, kapitalfreunde, zinsland, mezzany, fundernation, brickvest, renditefokus, bergfürst, ifunded, groupestate, brickgate und immo-folio.

3. Immobilien Vermietung / Verkauf
Diese Start-ups bieten Maklerleistungen zum Festpreis oder in Form von Auktionen. Dazu zählen wir:

mcmakler, realbest, immomio, domiando, imcheck24, lifelife, immoverkauf24, moovin, vermietster, talocasa, smmove, wunderagent, condaro, adequado, wohnschlüssel, flimmox, yoventi, vermietfabrik, immoupload und allofficecenter.

4. Maklervermittlung / Maklerbewertung
Als Online-Portale zur Maklersuche und Maklerbewertung identifizierten wir: homeday, maklermeile, maklersuchen sowie 123makler.

5. Temporäres Wohnen
Diese Start-ups decken sowohl die Vermittlung von Studentenwohnungen als auch Serviced Apartments für Geschäftsreisende ab. Dazu zählen wir: locfy, comate.me, wg-suche.de, wunderflats, tauschwohnung, acomodeo und homelike.

(6.) Weitere

Hier offenbart sich die wahre Vielfalt der neuen Geschäftsmodelle:

Bauprojekt und Immobilien Datenbanken, Soziale Immobilien Netzwerke, Augmented Reality bei der Planung von Gebäuden, Virtuelle Immobilien Rundgänge, Indoor Navigationssysteme, Apps für Immobilien Makler, Intelligente Türzugangssysteme – die digitalen Möglichkeiten scheinen den Lebenszyklus einer Immobilie zu umfassen.

Für März 2016 zählen wir 21 „weitere“ Start-ups: buildingradar, baudetail, go-popup, navvis, lendus, smartexpose, zoomsquare, kiwi.ki, lireco, casavi, rentondo, begehungen.de, trapimo, spacesharing, vrnow, kautionsretter, immowire, realpd, immoviewer, redline 3d und potentialspaces.

PropTech steht dennoch erst am Anfang.

Gemeinsam Markttransparenz erhöhen

Um die Transparenz des noch jungen Marktes für Immobilien Start-ups zu erhöhen, veröffentlicht Gewerbe-Quadrat in der ersten Woche jedes Monats das Digital Real Estate Ökosystem. Dabei sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen und freuen uns über jeden Eintrag in die öffentliche Tabelle.

Start-ups und Unternehmen bieten wir die Möglichkeit aufgenommen zu werden: Digital Real Estate April 2016 (Google Tabellen)
Vielen Dank!

Alles in allem bleibt uns nur zu sagen:

Der Anfang ist gemacht.